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Rival Realms
Rival Realms erschien 1998 für Windows und etablierte sich in der Welle kompetitiver Computerspiele der späten 90er-Jahre. Angesiedelt in einer Fantasywelt aus kriegerischen Provinzen, präsentiert es das Spiel als Wettstreit zwischen rivalisierenden Königreichen, in dem Diplomatie keine Rolle spielt und die Feldherren stattdessen auf Waffen, Magie und gezielte Raubzüge setzen. Das Spiel war sowohl für Einzelspieler als auch für Duelle im Mehrspielermodus konzipiert und bot Kampagnenmissionen neben Gefechten. Selbst mit für heutige Verhältnisse bescheidener Hardware setzt das Spiel auf schnelle Entscheidungen statt auf langwieriges Grinding. Schon im Briefing-Bildschirm werden die Spieler aufgefordert, einen Plan zu wählen.
Im Kern verbindet Rival Realms leichte Strategie mit direkter Steuerung. Spieler verwalten Ressourcen, rekrutieren Einheiten in Kasernen oder ähnlichen Einrichtungen und entsenden Späher, um das Gelände und die Bewegungen des Gegners aufzudecken. Im Kampf wird die richtige Positionierung belohnt: Bogenschützen halten sich hinter den stärkeren Frontlinien auf, Kavallerie bedroht die Flanken, und spezialisierte Magier können Schlachten mit Flächenzaubern entscheiden. Die Siegbedingungen sind klar definiert und konzentrieren sich meist auf die Eliminierung gegnerischer Truppen oder die Eroberung wichtiger Festungen. Der Schwierigkeitsgrad steigt, indem er schnelleres Multitasking erfordert, beispielsweise die Produktion in die Warteschlange zu stellen und gleichzeitig die Taktik mitten im Kampf anzupassen. Die Befehlsfelder sind übersichtlich, und dank der Hotkeys kann man schnell reagieren, wenn der Feind die eigene Linie durchbricht.
Grafisch bleibt das Spiel den Beschränkungen seiner Zeit treu und verwendet farbenfrohe Sprites und detailreiche Karten, um die Dimensionen zu verdeutlichen. Die Formationen wirken charmant massiv, doch die Animationen vermitteln ihre Absichten: Projektile beschreiben Bögen, Klingen blitzen auf und Zauber explodieren wie Feuerwerkskörper am dunklen Himmel. Der Soundmix setzt auf knackige Waffengeräusche und atmosphärische Musik, die die Dialoge nie übertönt. Das Interface-Design ist funktional und logisch aufgebaut: Minimaps, Auswahlfelder und Statusanzeigen helfen dabei, Moral, Abklingzeiten und Verluste im Blick zu behalten. Die Ladezeiten sind kurz genug, um flüssige Schlachten zu gewährleisten, insbesondere im LAN-Modus. Die Zwischensequenzen der Kampagne sind kurz, rahmen aber jede Konfrontation gut ein.
Als Rival Realms erschien, sprach es Spieler an, die sich nach unmittelbarer Rivalität sehnten und keine langsamen, mikromanagenden Simulationen suchten. Der Fokus auf den Mehrspielermodus förderte kreative Strategien, von vorgetäuschten Rückzügen bis hin zu plötzlichen Massenangriffen. Viele Spieler verglichen es positiv mit anderen Titeln der damaligen Zeit aufgrund seines angenehmen Spieltempos und der fehlerverzeihenden Lernkurve, obwohl erfahrene Spieler Schwächen in den Einheitenkonstellationen ausnutzen konnten. Rückblickend wirkt das Spiel wie eine Zeitkapsel zugänglicher Fantasy-Kämpfe unter Windows und ist nach wie vor eine Rarität für Sammler, die Retro-RTS-Momente und LAN-Nostalgie lieben. Wer es heute findet, wird mit geduldiger Neugier belohnt.