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Robin Hood: Defender of the Crown
Robin Hood: Defender of the Crown, 2003 für Windows erschienen, ist ein kurioses Relikt früher 3D-Strategiespiele. Es versucht, märchenhaften Charme mit strategischer Tiefe zu verbinden und lässt die Spieler den geächteten Helden durch ein Reich voller Wälder, Burgen und Fraktionsintrigen führen. Das Spiel balanciert Karteneroberung mit rasanten Schlachten und fordert Planung und Reflexe gleichermaßen. Die Atmosphäre ist filmisch angehaucht und die Farben sind noch immer typisch für die Epoche – eine Mischung aus mittelalterlichem Prunk und Computeranimation.
Auf der strategischen Ebene marschiert der Spieler Dörfer, Festungen und Stoßtrupps auf, schmiedet Allianzen und blufft Rivalen. Er verteilt Ressourcen, bildet Einheiten aus und führt Angriffe gegen rivalisierende Lords zeitgesteuert durch, während ein Heldensystem Robin Hood an vorderster Front kämpfen oder im Vorfeld wichtige Festungen erobern lässt. Echtzeitkämpfe finden auf zerklüfteten Hügeln und engen Höfen statt, wo Bogenschützen die Verteidigung beschießen und Kavallerieangriffe Engpässe durchbrechen. Die Benutzeroberfläche kombiniert eine Kartenansicht mit schnellen Aktionsfenstern und erfordert so schnelle Entscheidungen.
Grafisch setzt der Titel auf 3D-Texturen und Parallax-Landschaften, die für das Jahr 2003 ein greifbares Gefühl von Größe vermitteln. Soldaten-Sprites und Belagerungsmaschinen animieren mit flottem, leicht gepanzertem Gehabe, während Zwischensequenzen Siege, Verrat und Exil zu einem melodramatischen Bild verweben. Das Sounddesign verbindet Trompetenfanfaren mit Bannern und das Gebrüll der Menge mit angespannter Stille während Belagerungen. Die Musik erinnert an verwegene Filme, verliert aber nie die rustikale Tradition, die dem Robin-Hood-Mythos zugrunde liegt.
Die Erzählweise bedient sich der Pulp-Fantasy-Ader und versetzt den Spieler in moralisch fragwürdige Szenarien, in denen Gnade und Rücksichtslosigkeit aufeinandertreffen. Die Kampagnenstruktur schlängelt sich durch episodische Kapitel und bietet optionale Quests, die den Weg zu größeren Konflikten aufpeppen. Um die Gerüchteküche rivalisierender Königreiche zu zerstreuen, bedarf es eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Diplomatie und Gewalt, da Verträge schon nach einem Fehltritt zerbrechen können. Als Windows-Titel zwang es zudem Tastatur und Maus in einen Rhythmus, der manchmal schnelles Umschalten gegenüber langsamer, durchdachter Planung bevorzugt, was je nach Stimmung frustrierend oder aufbrausend sein kann.
Das Publikum reagierte mit gemischter Begeisterung auf das Spiel: Es lobte die ambitionierte Mischung aus Taktik und Storytelling, beklagte aber die schwerfällige Steuerung, die sich wiederholenden Missionen oder das ungleichmäßige Tempo. Es wurde eher zu einer Kuriosität als zu einem Meilenstein, hinterließ aber Spuren im Gedächtnis von Fans, die feudale Intrigen und zerfetzte Banner lieben. In der breiteren Landschaft der frühen 3D-PC-Spiele gilt es als Kuriosität, die klassische Überlieferungen zu ehren und gleichzeitig mit hybridem Spiel zu experimentieren versuchte. Für Sammler und Nostalgiker bietet es eine besondere Note historischer Fantasy.