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Autotest Simulator
1991 erschien für den Commodore 64 der Autotest Simulator, ein Fahrspiel, das sich deutlich von den üblichen Arcade-Rennspielen unterschied. Statt auf glänzenden Rennstrecken gegen Rivalen anzutreten, forderte es den Spieler auf, sein Können in inszenierten Fahrprüfungen und Zeitmessungen unter Beweis zu stellen. Das Prinzip war einfach: Das Auto stabil halten, präzise lenken und jeden Checkpoint überstehen, während das Spiel im Hintergrund die Fahrleistung analysierte. Auf dem C64 war diese Art von unkomplizierter Simulation eine willkommene Abwechslung.
Die Steuerung ist direkt und basiert hauptsächlich auf Richtungseingaben und einer Gaspedal-ähnlichen Beschleunigung. Sanfte Korrekturen sind wichtig, da das Fahrverhalten eher auf Schwung als auf blitzschnelle Reflexe setzt. Wenn man zu schnell in eine Kurve fährt oder über Unebenheiten holpert, gerät das Auto ins Schleudern und findet erst wieder Grip, wenn man vom Gas geht. Viele Herausforderungen bestehen darin, die Geschwindigkeit vor Kurven richtig einzuschätzen, sich für enge Passagen optimal auszurichten und in Kurvenübergängen die Spur zu halten. Die Distanz zu Hindernissen genau im Auge zu behalten, wird zur Gewohnheit.
Optisch nutzt das Spiel die für den C64 typische, blockartige Spielfläche mit Sprites, die eher Räder und Karosseriebewegungen als fotorealistische Details andeuten. Die Fahrbahnmarkierungen weisen den Weg, und Hindernisse erscheinen als einfache geometrische Silhouetten, die sofort erkennbar sind. Der Sound ist zurückhaltend: Ein knackiger, motorähnlicher Ton steigt mit der Beschleunigung an, während Schleudern und Kollisionen kurze, befriedigende Soundeffekte erzeugen. Die Menüs sind funktional und präsentieren Punkte und Teststatus übersichtlich, sodass das Spielgeschehen im Vordergrund bleibt.
Der Spielfortschritt ist an das Absolvieren einzelner Autotest-Abschnitte gekoppelt, von denen jeder ein eigenes Ziel hat, wie z. B. das Erreichen des Ziels vor Ablauf der Zeit oder das Vermeiden von Strafen für Kollisionen. Das Punktesystem belohnt flüssiges Fahren und macht perfekte Runden zu einer Disziplin der Selbstbeherrschung. Anfängliche Läufe sind noch recht einfach, spätere Aufgaben verringern jedoch die Toleranzen und zwingen dazu, den Driftwinkel des Wagens vorherzusehen und frühzeitig zu korrigieren. Wiederholtes Spielen offenbart schnell Muster: Zu spätes Bremsen sieht zwar dramatisch aus, kostet aber Punkte.
Auch nach Jahren hat dieses Rennspiel nichts von seinem Charme verloren, weil es die Bewertung als Teil des Spielspaßes und nicht nur als Dekoration betrachtet. Es regt zum Experimentieren mit dem Tempo an und zeigt, wie kleinste Eingaben die Fahrlinie auf leistungsschwacher Hardware beeinflussen. Verglichen mit aufwendigeren Konkurrenten mag sein Anspruch bescheiden erscheinen, doch der Spielablauf ist fesselnd und auf seltsame Weise beruhigend für alle, die methodisches Spielen mögen. Für Sammler ist der Simulator von 1991 ein Zeitdokument, das beweist, wie der C64 selbst mit geringem Budget realitätsnahe Tests simulieren und sich auch heute noch für Neueinsteiger brillant anfühlen konnte.