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Fatal Abyss
1998 erschien Fatal Abyss für Windows und versprach etwas, das sich heute noch kühl und unerbittlich anfühlt: Tauche tief, sei wachsam und rechne damit, dass der Meeresgrund Widerstand leistet. Das Spiel vereint die Spannung eines Expeditionsthrillers mit rasanter Action und verliert sich daher selten in Menüs oder Hintergrundgeschichten. Stattdessen stürzt es die Spieler in eine Unterwasserkampagne, in der jeder Wasserkorridor einen Countdown bedeutet – von schwindenden Vorräten bis zur nächsten feindlichen Silhouette.
Du steuerst einen Taucher, der Wracks und seltsame Signale untersucht und sich zwischen Forschungsmodulen, zerrissenen Rümpfen und natürlichen Gräben hindurchschlängelt. Die Beleuchtung verhält sich unter Wasser anders, streut Lichtstrahlen und lässt weite Entfernungen in bläulichem Dunst verschwinden. Begegnungen erfolgen oft abrupt, als ob der Ozean Geheimnisse hütet, bis der Spieler zu selbstsicher wird. Selbst ohne melodramatisches Drehbuch vermittelt die Atmosphäre Isolation, Stress und die besondere Angst, weit von der Oberfläche entfernt zu sein.
Die Kämpfe konzentrieren sich auf kurze, gezielte Gefechte statt auf endloses Sprühfeuer. Die Bewegungen sind flüssig und reaktionsschnell, und die Waffenwahl ist wichtig, da Gegner mehrere Treffer einstecken oder dich mit einem Sturmangriff ausschalten können. Gefundene Gegenstände helfen, die Rüstung zu reparieren, Vorräte aufzufüllen oder improvisierte Verteidigungen zu errichten, sodass sich das Durchqueren der Level taktisch anfühlt. Einige Abschnitte laden auch zu vorsichtiger Erkundung ein, mit versteckten Passagen und Umgebungsschaltern, die Beobachtungsgabe statt roher Gewalt belohnen.
Optisch nutzt das Spiel Texturtiefe und flache Geometrie, um Weite zu suggerieren, selbst wenn die Spielwelten eher klein sind. Nebeleffekte und Farbgebung tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei, während die Charaktermodelle auch in hektischen Feuergefechten gut erkennbar bleiben. Das Sounddesign setzt auf Subschall-Grollen, gedämpfte Einschläge und knarrendes Metall, wodurch sich jeder Schuss schwerer anfühlt, als er tatsächlich ist. Die Steuerung ist auf schnelles Zielen und zügige Interaktionen ausgelegt – eine Designentscheidung, die dafür sorgt, dass das Spiel auch auf älterer Windows-Hardware spielbar bleibt.
Auch lange nach seinem Erscheinen ist Fatal Abyss weniger für seine Blockbuster-Optik, sondern vielmehr für seine einzigartige Atmosphäre bekannt: klaustrophobisches Wasser, unsichere Bewegungen und Ziele, die einen immer wieder antreiben. Der Einstieg ist angenehm flach, sodass Neulinge direkt loslegen können, ohne von Tutorials erschlagen zu werden. Veteranen hingegen werden das sorgfältige Tempo zu schätzen wissen. Wer Retro-PC-Adventures, Survival-Spannung und lebensecht wirkende, feindselige Umgebungen mag, sollte sich dieses Kuriosum von 1998 unbedingt ansehen.
Das Checkpoint-System des Spiels fördert überlegtes Vorgehen; Sterben kostet in der Regel Zeit, nicht aber den gesamten Spielfortschritt. Das Wiederholen von Missionen enthüllt oft neue Wege durch die Trümmer und erfordert ein besseres Munitionsmanagement, wodurch Angst jedes Mal aufs Neue in geübte Kompetenz umschlägt.