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The Second World
The Second World, das Ende der 1980er-Jahre aufkam, erschien 1990 auf dem DOS-Markt. Es landete inmitten einer Flut von Fantasy-Quests und Science-Fiction-Epen, zeichnete sich jedoch durch einen für seine Zeit geradezu prophetischen Umfang aus. Das Spiel präsentierte ein dunkles, gefaltetes Universum, in dem Dörfer, Ruinen und Raumhäfen Möglichkeiten erahnen ließen. Die Spieler mussten ihren Weg durch einen Kontinent mit wechselhaftem Wetter, wechselnden Bündnissen und verborgenen Geschichten finden. Die Präsentation orientierte sich an Bleistiftskizzen und früher Bitmap-Grafik und erzeugte einen Look, der ebenso auf Fantasie wie auf Hardwareleistung setzte.
Mechanisch verband das Spiel Rollenspiel und Strategie zu einem wolligen Patchwork, das geduldiges Erkunden mehr belohnte als schnelle Reflexe. Die Spieler rekrutierten unterschiedliche Charaktere, verwalteten knappe Vorräte und verhandelten mit Anführern, deren Motive sich dem Tageswetter beugen konnten. Die Begegnungen spielten sich auf gitterartigen Karten ab, auf denen jede Entscheidung schwerwiegende Folgen hatte – von Moralveränderungen bis hin zu Lohnstreitigkeiten. Es spielte auch mit nichtlinearem Storytelling und ließ Nebenquests zu längeren Handlungssträngen werden, wenn man Gerüchten lauschte und die richtigen Städte zur richtigen Zeit besuchte. Der Kampf blieb bedacht und beruhte eher auf Positionierung und Ressourcenplanung als auf auffälligem Glück.
Abgesehen von der Spielmechanik bot der Titel eine Welt, die bewohnt und nicht nur kartiert wirkte. Städte verbargen Geheimnisse hinter Tavernentüren, Klöster beherbergten Kodizes, die Karten neu gestalteten, und Ruinen boten schimmernde Abkürzungen zu vergessenen Mächten. Die Atmosphäre tendierte ebenso zu düsterer Diplomatie wie zu Gefahr und forderte dazu auf, Ethik gegen Ehrgeiz abzuwägen. Visuell hielt es an einer klobigen Sprite-Ethik fest, während die Farbpaletten in ungewöhnliche Richtungen gingen und Wüsten einen blauen Schimmer und Wälder einen kupfernen Schimmer verliehen. Der Sound begleitete die Reise mit Ambient-Glockenspielen und modalen Melodien, die einem heute auf langen Märschen die Seele in die Einsamkeit treiben könnten.
Im Nachhinein erinnern sich viele Spieler an The Second World als ein mutiges, wenn auch unvollkommenes Experiment, das über die konventionellen Spielregeln der Ära hinausging. Es eroberte zwar keine Chart-Platzierungen, gewann aber einen treuen Kreis von Fans, die sein ungewöhnliches Tempo, seine philosophischen Anklänge und das vermittelte Handlungsspiel schätzten. Das Spiel ist online auf archivierten Disks und in Fan-Replays erhalten geblieben – ein Relikt, das Diskussionen über Ambition versus Perfektion anregt. Für Retro-Fans stellt es eine Brücke zwischen früheren textlastigen Abenteuern und den darauf folgenden filmischeren Fantasien dar – eine Erinnerung daran, dass Erkundung für Spieler ein eigenständiges Ziel sein kann.