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Contre Jour
Contre Jour, 2013 für Symbian erschienen, ist ein interaktives, physikbasiertes Puzzle-Abenteuer in einer traumhaften, von Silhouetten geprägten Welt. Der Spieler steuert eine einsame, blasse Gestalt durch Landschaften, in denen schwarze Formen einen starken Kontrast zum hellen Himmel bilden und die Beleuchtung die Richtung vorgibt. Die Grafik betont Licht und Schatten, um Wege und Gefahren zu verdeutlichen, während die gesamte Ästhetik an eine stille, nächtliche Fabel erinnert. Die Umgebungen sind wie kompakte Dioramen gestaltet, deren Silhouetten von wechselndem Licht durchdrungen werden und so zu genauer Beobachtung und präzisem Timing einladen.
Das Kern-Gameplay basiert auf der Manipulation der Umgebung. Durch Berühren des Bildschirms und Verschieben von Elementen formt der Spieler das Terrain, enthüllt verborgene Plattformen und richtet Schatten aus, um sichere Wege für die Spielfigur zu schaffen. Die Figur bewegt sich automatisch vorwärts, während der Spieler einen Weg freilegt, Hebel betätigt, Brücken biegt und Bauteile dreht, um neue Pfade zu erschließen. Gefahren erscheinen als konkrete Bedrohungen – Stacheln, Abgründe und einstürzende Abschnitte –, die präzises Platzieren von Stützen und eine sorgfältige Planung unter Berücksichtigung der Schwerkraft erfordern. Jedes Level endet mit einem leuchtenden Ausgang, der den Abschluss signalisiert und die nächste Herausforderung freischaltet.
Das Leveldesign entfaltet sich in einer Reihe thematischer Kapitel, die jeweils eine subtile neue Mechanik einführen und gleichzeitig das Kernprinzip des schattenbasierten Fortschritts beibehalten. Die Level verbinden mechanische Konstruktionen mit organischen Silhouetten und nutzen Zahnräder, Windmühlen und schwebende Plattformen, um an Rube Goldberg erinnernde Rätsel zu erschaffen, die Voraussicht belohnen. Das Tempo ist gut abgestimmt, die Rätsel werden allmählich komplexer, bleiben aber stets durch Beobachtung und Experimentieren lösbar. Visuelle Hinweise und Mikrointeraktionen verstärken die Logik der Umgebung und lenken das Experimentieren, ohne dabei zu aufdringlich zu sein.
Grafikstil und Sound arbeiten zusammen, um die Atmosphäre zu vertiefen. Die Welt wird in klaren Schwarz-auf-Licht-Silhouetten dargestellt, mit gelegentlichen warmen Glühen und sanft verlaufenden Himmeln, die an endlose Dämmerung erinnern. Subtile Parallaxenbewegungen und animierte Umgebungselemente erzeugen ein Gefühl von Tiefe in der zweidimensionalen Welt. Das Sounddesign ist zurückhaltend: Ein atmosphärischer, fast minimalistischer Soundtrack wird von sanftem Wind, mechanischem Knarren und fernen Glockenklängen untermalt, die auf die Aktionen des Spielers reagieren. Das Ergebnis ist ein Spielerlebnis, das Kontemplation ebenso wie Koordination fördert und dazu einlädt, jede Szene sorgfältig zu studieren, bevor man sich für eine Lösung entscheidet.
Die Symbian-Version bewahrt den ruhigen, auf Rätsel fokussierten Kern des Spiels. Die Touch-Steuerung ist auf kompatiblen Geräten präzise und intuitiv und ermöglicht eine unmittelbare und reaktionsschnelle Ein-Finger-Interaktion. Die Rätsel eignen sich für kurze Spielsitzungen und ermöglichen schnelle Versuche sowie stetigen Fortschritt. Die Befriedigung, einen verborgenen Pfad zu entdecken oder einen Schattenwechsel perfekt zu timen, vermittelt ein stilles, anhaltendes Erfolgserlebnis. Contre Jour bietet somit eine ausgewogene, elegante Herausforderung, die sich nahtlos in die Reihe anderer besinnlicher mobiler Rätselspiele seiner Zeit einfügt.