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Videocart-20: Schach
Videocart-20 Schach, erschienen 1979, nimmt einen besonderen Platz in der Videospielgeschichte ein. Als Teil der Channel-F-Bibliothek gilt es als einer der ersten Versuche, das uralte Schachspiel auf Heimkonsolen zu übertragen. Das Cartridge-basierte Format war neuartig und versprach sofortiges Spielvergnügen und austauschbare Titel. Schach nutzte dieses Versprechen optimal, indem es anstelle eines statischen Bretts einen spielbaren, benutzerfreundlichen Gegner bot. Sein Erscheinen markiert einen Meilenstein im Design digitaler Zeitvertreibe.
Die Steuerung ist einfach: Mit dem Joystick bewegt man den Cursor über das Brett, wählt eine Figur und anschließend das Zielfeld. Die Benutzeroberfläche setzt auf Klarheit statt Schnickschnack und verwendet einfache Schachfiguren-Silhouetten auf einem kontrastreichen Brett. Nach einem Zug wird das Zielfeld hervorgehoben und die möglichen Zugoptionen werden kurz angezeigt. Dies gibt dem Spieler ein haptisches Feedback, das in modernen Neuauflagen oft fehlt. Das Ergebnis ist intuitiv genug für Einsteiger, aber gleichzeitig schlicht genug, um Geduld zu belohnen.
Hinter der Oberfläche des Schachbretts verbirgt sich eine einfache Schach-Engine, die versucht, eine angemessene Herausforderung zu bieten, ohne dabei in komplexe Schaltkreise zu verfallen. Sie bietet einige Schwierigkeitsgrade, sodass Spieler vom vorsichtigen Anfänger zum hartnäckigen Gegner aufsteigen können, der die Schwächen des Spielers aufdeckt. Die Engine bewertet Schläge, positionelle Anpassungen und die Sicherheit des Königs innerhalb des begrenzten Speichers, der für Mikrocomputer der späten 70er-Jahre typisch war. Es gibt Anzeichen für algorithmische Improvisation, doch der Ehrgeiz eines Großmeisters dringt nie durch diese Cartridge.
Optisch setzt das Spiel auf Funktionalität statt auf Schnickschnack. Das Brett befindet sich auf einem flachen, gitterartigen Raster, die Figuren sind als klare Formen dargestellt, die auf einem einfachen Röhrenfernseher gut lesbar sind. Der Ton ist spärlich, ein kurzer Piepton signalisiert einen Zug anstelle eines atmosphärischen Klangeffekts, aber diese Zurückhaltung passt zur damaligen Zeit und minimiert Unterbrechungen während intensiver Partien. Auf einem Fernsehbildschirm wirkt das Schachspiel verdient und überlegt und macht eine abstrakte Disziplin zu einem zugänglichen Wettkampfspiel für Familien, die sich um eine Konsole versammeln.
Videocart-20 Schach ist mehr als nur eine Kuriosität; Es zeugt davon, wie frühe Spieledesigner durchdachtes Spielen innerhalb der Grenzen der damaligen Hardware konzipierten. Es bot ein strukturiertes, wiederholbares Schacherlebnis zu einer Zeit, als dedizierte Schachcomputer teuer und für viele Haushalte unerschwinglich waren. Sammler schätzen die Geräte und Modulverpackungen, da sie einen Einblick in die Spielekultur gewähren, während Historiker seine Rolle bei der Etablierung von Schach als ernstzunehmendes Videospielthema hervorheben. Schach bleibt ein Meilenstein auf dem Weg zu modernen digitalen Strategiespielen.