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Vietnam 2: Special Assignment
Vietnam 2: Special Assignment erschien 2001 als Windows-Titel im Zuge des Vietnam-Kampfspielbooms der frühen PC-Ära. Entwickelt von Human Entertainment und veröffentlicht von Groove Games, setzte es auf Dschungelkämpfe im Schlamm, den Druck auf die eigenen Truppen und ein Missionstempo, das sich eher wie Feldberichte als wie Hollywood-Spektakel anfühlte. Die Spieler schlüpften in die Rolle eines Soldaten, dessen Aufgabe es war, feindliche Operationen in vielschichtigen Dschungelgebieten, entlang von Flussläufen und durch Dörfer zu stören, wo hinter jeder Ecke eine Patrouille oder ein gefährlicher Durchgang lauern konnte.
Die Kampagne besticht durch die gelungene Kombination aus direktem Schießen und taktischen Entscheidungen. Missionen belohnen oft ein umsichtiges Vorgehen: Man kann Bambussträucher umgehen, die Sichtlinien auf offenen Lichtungen im Auge behalten und abwägen, wann man Munition spart und wann man in ein chaotisches Feuergefecht eskaliert. Das Waffenarsenal reicht von praktischen Gewehren bis hin zu schwerer Ausrüstung, und Upgrades im Spielverlauf verändern den Verlauf der Gefechte – egal, ob man Nahkampfangriffe oder kontrollierte Unterdrückung bevorzugt. Die Checkpoints sind häufig genug, um den Spielfluss aufrechtzuerhalten, aber gleichzeitig anspruchsvoll genug, um das Überleben hart erkämpft wirken zu lassen.
Technisch gesehen nutzte das Spiel die damaligen Hardware-Vorgaben optimal aus und bot texturierte Vegetation, gut erkennbare Gegnersilhouetten und Umgebungen, die eher auf Navigation als auf reines Spektakel ausgelegt waren. Beleuchtung und atmosphärischer Dunst lassen entfernte Bedrohungen früher erscheinen, als sie es eigentlich sollten, und erzeugen so Spannung beim Vorrücken. Das Sounddesign unterstreicht die Atmosphäre: Schüsse haben Wucht, die Dschungelatmosphäre erzeugt ein ständiges, unterschwelliges Unbehagen, und Schritte werden in Schleichpassagen zu einem subtilen Countdown. Auch wenn die Animationen keine Preise gewannen, wirkte die Gesamtpräsentation wie ein stimmiges Gesamtbild.
Die Missionsvielfalt ist ebenfalls bemerkenswert. Einige Ziele erfordern das Sichern von Gebäuden und das Sammeln von Informationen, während andere die Spieler zu Eskortmissionen, Gebietsabwehr oder zeitlich begrenzten Vorstößen durch umkämpftes Terrain zwingen. Der Schwierigkeitsgrad steigt eher durch intelligentere Gegnerpositionierung und häufigere Hinterhaltmöglichkeiten als durch unendliche Lebenspunkte. In den Multiplayer-Zeiten der frühen 2000er-Jahre entsprach das Spiel dem typischen PC-Geschmack nach koordiniertem Chaos, wobei die Einzelspielerkampagne den Kern des Spiels bildete.
Die Fortsetzung ist eine Momentaufnahme eines Stils von PC-Militär-Action, der Wert auf Missionsstruktur und sofortiges Eintauchen in die Spielwelt legte. Sie mag zwar nicht mit moderner Physik oder ultra-detaillierten Shadern aufwarten, bietet aber dennoch einen packenden Spielfluss, realistische Feuergefechte und eine unverwechselbare Vietnam-Atmosphäre. Für Fans klassischer Ego-Shooter, die missionsgetriebene statt filmreife Kampagnen bevorzugen, hat dieser Titel nach wie vor seinen Platz in der Sammlung.